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19.12.2011 - RZ

Slam begeistert Schüler

Am vergangenen Mittwoch ging der Lintorfer Poetry Slam, nach einer äußerst erfolg-reichen Erstauflage im Februar, nun in die zweite Runde. Schon zum Ende der großen Pause füllte sich die Aula des Kopernikus-Gymnasiums mit literaturinteressierten Schülern aus der Oberstufe, die gespannt auf die „Dichterschlacht“ warteten.
Zehn Jugendliche trauten sich, ihre selbstgeschriebenen Texte vor knapp 300 Mitschülern, die per Applaus entscheiden durften, wer den besten Text und die überzeugendste Präsentation hatte, vorzutragen. Die Themen der Texte waren vielseitig; Freundschaft, Liebe, Vorurteile gegen ausländische Mitschüler aber auch Erfahrungen mit den örtlichen Verkehrsbetrieben oder mit bestimmten ungeliebten Unterrichtsfächern. Die begeisterte, aber auch konzentrierte Atmosphäre trug die Vortragenden in guter Weise, so dass am Ende sogar noch eine weitere Spontan-Slamerin es wagte, ihren Text dem Publikum vorzutragen.

Nach den Präsentationen entschied die fünfköpfige Jury von Oberstufenschülern, wer das Publikum am meisten begeistert hat. Jan-Niklas Adrian hatte mit seinem Text „Mathelehrer“ so viel Zuspruch geerntet, dass er seinen anspielungsreichen satirischen Vortrag sogar vor lauter Applaus und Gelächter aus dem Publikum hatte unterbrechen müssen.

In der kurzen Gesprächsrunde zwischen den „Slamern“ und dem Publikum erläuterte er auf die Frage nach den Themeneinfällen, dass seinVortrag bereits die zweite Textfassung war, da er keinen Text „gegen“ eine Person, sondern zu den angesprochenen Themen Satirisches vortragen wollte; so hatte er den ersten Text kurzerhand neu gefasst und dem Ganzen ein witziges, schräg gespieltes Flöten-Intro (Bandtechnik, Tonanlage, Licht: Marvin Klatt) vorangestellt und damit neben dem verbalen auch einen akustischen ironischen Rahmen gegeben. Den sehr verdienten zweiten Platz belegte Zerrin Karadag mit ihrem Text über die Vorurteile gegen türkische Mitbürger. Auch Christopher Theyssen konnte mit seinem
Text „Die Rheinbahn“, der humorvoll seine Erfahrungen mit Bus und Bahn erzählt, überzeugen und belegt so den dritten Platz.

Wie auch schon der erste „Lintorfer Poetry Slam“ wurde auch dieser von der
Arbeitsgemeinschaft „LITERATUR & LESER“ organisiert und veranstaltet. Die jungen Dichtertalente aus der Oberstufe, aber auch ehemalige Lintorfer Schüler haben sich in ihrer Freizeit immer wieder getroffen, um dieses Kultur-Event zu planen. Schon zum vierten Mal in diesem Jahr führte Alexandra Rahe durch eine von der AG organisierte Lesung und schuf so mit den überzeugend-guten musikalischen Beiträgen von Julia Enders und Johannes Dangelmeyer zusammen einen dem Anlass angemessenen niveauvollen Rahmen.

Schon unmittelbar nach der Lesung wurden Stimmen laut, die sich auf den nächsten „Lintorfer Poetry Slam“ freuen. Es scheint so, als würde diese Art von Literatur-vermittlung die Jugendlichen wirklich begeistern und in ihren Bann ziehen.

(Patricia Baumann)

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